Nachhaltigkeit

OMIRA Nachhaltigkeitsbericht

Im OMIRA Nachhaltigkeitsbericht informieren wir über die in 2015 gesetzten ökonomischen, ökologischen und sozialen Ziele sowie deren Umsetzung. Unser Nachhaltigkeitsbericht wurde in Anlehnung an die weltweit anerkannten Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI G4) erstellt.

Hier können Sie den OMIRA Nachhaltigkeitsbericht 2015 einsehen.

Im Einklang: Erfolg und Ethik

„ Uns darf jeder gern auf die Finger schauen.“

Wie jedes Unternehmen wollen und müssen wir wirtschaftlich erfolgreich sein. Gleichzeitig haben wir uns einer umwelt- und klimafreundlichen Produktion und dem nachhaltigen Wirtschaften verpflichtet.  Ein Weg, der uns immer wieder vor Herausforderungen stellen wird, aber absolut lohnenswert ist. Davon sind wir überzeugt. Wir wollen ihn gemeinsam gehen mit unseren Milcherzeugern, den Mitarbeitern und Zulieferern – offen, nachvollziehbar und überprüfbar. 

Schritt für Schritt: Auf dem Weg in die Nachhaltigkeit

„Nachhaltigkeit ist für uns kein Schlagwort, sondern ein gesellschaftlicher Auftrag.“

Kaum ein Thema hat sich in jüngster Vergangenheit so stark entwickelt wie das der Nachhaltigkeit. Zunächst in den 90ern vor allem von großen, internationalen Unternehmen aufgegriffen und häufig zur Profilschärfung in einem immer dichter werdenden Wettbewerb genutzt, hat es heute alle Bereiche der Gesellschaft durchdrungen. Für mehr und mehr Menschen, Unternehmen und Institutionen hat Nachhaltigkeit an Relevanz gewonnen. Bis Ende 2014 war es für OMIRA zwar selbstverständlich, verantwortungsvoll zu handeln und die Geschäfte gewinnorientiert zu führen – was allein schon im genossenschaftlichen Auftrag unserer Molkerei begründet liegt. Als eigenständiges Unternehmensziel, dem sich alle Beteiligten verpflichten und das es so professionell und engagiert wie nur möglich zu erreichen gilt, wurde „Nachhaltigkeit“ aber erst zu Beginn des Jahres 2015 ganz oben auf die Agenda gesetzt.

Wenn schon, denn schon, so die einhellige Überzeugung bei OMIRA zur Nachhaltigkeit. Mit der Bereitstellung personeller Ressourcen, weitsichtiger Planung und in der Zusammenarbeit mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, der Bodensee-Stiftung sowie dem Unternehmen zukunftswerk sind die Weichen gestellt und das Projekt konsequent in Angriff genommen worden. Nachhaltigkeit begreifen wir dabei als einen fortlaufenden Prozess, basierend auf den drei Säulen Ökologie, Ökonomie und Soziales.

Wir befinden uns auf einem überaus guten Weg, haben in der Kürze der Zeit mit vollem Einsatz schon viele Ziele erreicht. OMIRA ist seit 2016 ein klimaneutrales Unternehmen und hat den ersten NH-Bericht nach GRI-Standard veröffentlicht, zudem haben wir ein SMETA 4-Pillar Audit. Nach unserem Verständnis von Transparenz möchten wir alle Beschäftigten, Partner, Öffentlichkeit und Kunden nicht nur daran teilhaben lassen, sondern für nachhaltiges Handeln über die gesamte Prozesskette mit uns begeistern – und als Verbündete gewinnen.

Verantwortung teilen: Die Milcherzeuger mit ins Boot holen

„Verantwortung wächst, wenn sie geteilt wird.“

Es sind unsere rund 2.600 Milcherzeuger, die das Fundament von OMIRA bilden. Jahr für Jahr, Tag für Tag produzieren sie Milch von höchster Qualität, die wir hier in unserer Heimat verarbeiten und vermarkten, unsere MinusL-Produkte und die Erzeugnisse für Nahrungsmittelhersteller sogar deutschlandweit sowie international. Sie alle haben ein Interesse daran, ihren Hof nachhaltig zu betreiben, die meisten wirtschaften nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit. Wir unterstützen die Milcherzeuger dabei mit Rat und Tat. Zum einen, weil wir der Meinung sind, die große gesellschaftliche Aufgabe „Nachhaltigkeit“ lässt sich nur Hand in Hand bewältigen. Zum anderen kann OMIRA als genossenschaftlich strukturierter Betrieb nur dann wirklich nachhaltig produzieren und wirtschaften, wenn dies auch für alle Stufen der Prozesskette zutrifft und die ökologischen, ökonomischen und sozialen Faktoren berücksichtigt werden.  

 

 

Jetzt kommt KUH: die Nachhaltigkeitsstrategie für unsere Milchbauern

„Wir brauchen maßgeschneiderte Lösungen.“

Um Nachhaltigkeit in den mit uns verbundenen landwirtschaftlichen Betrieben zu  optimieren, haben wir in Zusammenarbeit mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf die maßgeschneiderte Strategie KUH entwickelt, die seitdem unsere Haltung und unser Handeln in diesem Bereich bestimmt. Dabei steht KUH für Kuh, Umwelt, Hof und jeder Bereich splittet sich wiederum in mehrere Teilstrategien auf, denen verschiedene Kriterien und Maßnahmen zugeordnet sind. OMIRA wird die diversen Faktoren regelmäßig nach einem Punktesystem bewerten und so einen Nachhaltigkeitszuschlag zum Milchpreis entwickeln. Damit sich Nachhaltigkeit auch finanziell für die Milchlieferanten rechnet. Ab Juli 2017 folgt die Einführung des NH-Zuschlags.

K wie Kuh: Tierwohl im Fokus

„Tierwohl ist kein Gefühl. Sondern gelebte Verantwortung.“

Den meisten Verbrauchern ist der Begriff Tierwohl inzwischen gut bekannt. Er begegnet Kunden beispielsweise an der Fleischtheke im Supermarkt oder auch auf Eierpappkartons. Allein der Begriff klingt schon so positiv, dass damit automatisch glückliche, sich wohlfühlende Tiere assoziiert werden; der Verbraucher ist beruhigt. Schließlich möchte er Fleisch und Milch mit gutem Gewissen kaufen. Das Thema ist aktueller denn je – aber außerhalb von Fachkreisen weiß kaum jemand darüber Bescheid.

Tatsächlich ist der Begriff Tierwohl nach einigen wesentlichen Punkten umrissen und somit auch messbar. Je nach Nutztier werden ihm unterschiedliche Faktoren zugrunde gelegt. Was auch bedeutet, das Tierwohl lässt sich mit verschiedenen Maßnahmen beeinflussen.

Selbstverständlich liegt den in der OMIRA organisierten Milcherzeugern das Wohlergehen ihrer Kühe am Herzen. Wer so eng mit der Natur zusammenarbeitet, behandelt seine Lebensgrundlage mit Respekt, denkt und handelt in Generationen, die Wirtschaftlichkeit stets im Blick. Die Rechnung ist ganz einfach: Geht es den Kühen gut, stimmen Erträge und Qualität. Auch für OMIRA ist das Tierwohl ein Schlüsselelement auf dem Weg in die Nachhaltigkeit, das wir langfristig gemeinsam mit den Bauern weiter verbessern wollen.    

Um eine Bewertung der nachhaltigen Milchviehhaltung unserer Landwirte möglich zu machen, konzentriert sich OMIRA beim Thema Tierwohl auf die Faktoren nachhaltiges Management im Stall, artgerechte Haltung und Fütterung sowie die Tiergesundheit.

U wie Umwelt: Das Thema fällt auf fruchtbaren Boden

„Agrarflächen sind Lebensräume und die gilt es respektvoll zu behandeln.“

Bei unseren Landwirten setzt sich der Nachhaltigkeitsfaktor Umwelt aus den Bereichen Boden, Grünland, Pflanzenschutz und Energie zusammen. Wer Agrarflächen als Lebensraum begreift, muss auch Verantwortung übernehmen. Buchstäblich ein weites Feld, das auch für den Verbraucher immer wichtiger wird, aber auch im Kontext des globalen Klimawandels mehr und mehr an Bedeutung gewinnt. Wir sehen es hier vor allem als unsere Aufgabe an, das Bewusstsein der Landwirte zu schärfen, Erkenntnisprozesse zu unterstützen und mögliche Strategien für den nachhaltigen Einsatz von Ressourcen aufzuzeigen.

H wie Hof: die Menschen im Mittelpunkt

„Gute Arbeit braucht einfach beides, kluge Köpfe und zupackende Hände.“

Die soziale Nachhaltigkeit eines landwirtschaftlichen Betriebes bilden wir an der Gesundheit aller Mitarbeiter, an Arbeitszeiten und Urlaubsregelungen, Bildung und Ausbildung, Vorbereitung der Hofnachfolge  und am sozialen Engagement (inkl. Auszubildende, Ehrenamt, Gemeinwohl und Mitarbeit in berufsbezogenen Verbänden) ab. Gerade auf dem Gebiet der Fortbildung bieten wir den Landwirten und Beschäftigten etliche sinnvolle Maßnahmen, Workshops und auch E-Learning-Tools zu aktuellen und zukunftsrelevanten Themen.

 

 

Jährliche Befragungen: immer auf dem neuesten Stand

„Wir fragen nach und schauen hin und zwar regelmäßig.“

Um unsere Landwirte auf Wunsch zielgerichtet und effektiv im Nachhaltigkeitsmanagement unterstützen zu können, führen wir jährliche Befragungen über verschiedene Kommunikationskanäle durch. Das macht die freiwillige Teilnahme barrierefrei, schnell und einfach. Veränderungen können so genau erfasst und Vorschläge und Ideen gegebenenfalls angepasst werden.

Außerdem machen sich im Rahmen des bestehenden Auditsystems QM-Milch die externen Auditoren ein Bild von den Höfen. QM-Milch ist das Qualitätsmanagementprogramm des deutschen Milchsektors, das als wirtschaftseigenes System strenge Sicherheits- und Qualitätsanforderungen für die Milcherzeugung definiert und bundesweit kontrolliert. QM-Milch sorgt mit seinen hohen Standards dafür, dass nicht nur die Qualität des Produktes gesichert ist, sondern dass der gesamte Produktionsprozess transparent und rückverfolgbar ist – überall in Deutschland. Diese Standards werden regelmäßig aktualisiert, etwa um auf neue Gesetzesvorlagen oder Richtlinien einzugehen.

So schafft die Arbeit des Vereins QM-Milch zusätzlich Sicherheit, Transparenz und nicht zuletzt auch ein wachsendes Bewusstsein für die Anforderungen der Zukunft.

Reden wir mal drüber: Kommunikation

„Wer gehört werden will, muss auch etwas sagen.“

Uns ist es wichtig, dass nicht nur alle Beteiligten bestens informiert und damit  involviert sind, auch die Öffentlichkeit und unsere Stakeholder sollen sich jederzeit ein klares Bild vom Nachhaltigkeitsprozess der OMIRA machen können. Auf der Jahreshauptversammlung und im neu entstandenen Agrarbeirat geht es zur Sache, wird analysiert und diskutiert und schließlich werden Lösungen entwickelt. Im Erzeugerportal auf unserer Internetseite sowie über Infoblätter finden unsere Landwirte alle wichtigen Informationen schwarz auf weiß. Und natürlich haben wir (fast) immer Zeit für ein persönliches Gespräch und eine individuelle Beratung.

 

 

Klimawandel stoppen: verantwortungsvoller Umgang mit Energie und Ressourcen

„ Ökologisch gesehen, wollen wir auf ganz kleinem Fuß leben.“

Da haben wir eindeutig Position bezogen: OMIRA ist klimaneutral.

Unsere Klimaneutralität haben wir uns von einer unabhängigen Prüfstelle bestätigen lassen. Seit November ist die OMIRA GmbH TÜV geprüft klimaneutral. Der TÜV Rheinland hat bei unserem Corporate Carbon Footprint-Bericht 2016 einen Critical Review durchgeführt. Anhand des Prüfberichts und der Emissionszertifikate erfolgte für die OMIRA die Zertifizierung "Klimaneutral Unternehmen".

Entscheidenden Einfluss auf den Klimawandel haben die Treibhausgas-Emissionen, allen voran der CO2-Ausstoß, an dem der Mensch keinen geringen Anteil hat. Um Klimaneutralität zu erreichen, hat OMIRA zunächst seinen Corporate Carbon Footprint, also den CO2-Fußabdruck, nach internationalen Standards (Vorgaben Kyoto-Protokoll) ermitteln lassen. Der Auswertung folgte eine rasche Umsetzung verschiedener Verbesserungsmaßnahmen mit dem Ziel, die CO2-Emissionen der OMIRA-Gruppe kontinuierlich zu verringern und wenn möglich gegen 0 zu fahren. Investitionen in energieeffiziente Prozesse, umweltfreundliche Technologien und in erneuerbare Energie, die Nutzung von Ökostrom sowie die Reduzierung des Stromverbrauchs konnten unseren CO2-Fußabdruck schon erheblich verbessern. Ein erfreulicher Nebeneffekt der Bemühungen: Die Verleihung des EnBW-Innovationspreises im  September 2014 zum Thema „Gesamtkonzept zur Verbesserung der betrieblichen Energiebilanz und zur Entlastung der Umwelt“.

Allerdings stand zum damaligen Zeitpunkt unser eigener CO2-Emissionswert noch nicht auf 0. Auch hier ist die stetige Verringerung des Wertes ein Prozess, der nur in einem wirtschaftlich vertretbaren Maße voranschreiten kann.

Um dennoch Unternehmen die Möglichkeit zu geben, eine ausgeglichene CO2- Bilanz zu erreichen – bis heute besteht dazu übrigens keine gesetzliche Verpflichtung – haben Politiker weltweit die Möglichkeit geschaffen, CO2 - Emissionsrechte zu kaufen bzw. zu handeln.

Der Gedanke dahinter: Klimawandel ist ein globales Phänomen, in der Entstehung und in den Folgen. Es hält sich nicht an Ländergrenzen. Unabhängig davon, wo die Emissionen entstehen, die davon ausgehenden Gefahren bleiben gleich. Im Umkehrschluss: Werden irgendwo auf der Welt Emissionen verringert, kommt das der globalen Bilanz zugute. Mit Emissionsrechten, die von den Regierungen zugeteilt oder aber versteigert werden, haben Unternehmen die Möglichkeit, weltweit entsprechende Klimaschutzprojekte zu unterstützen und so ihre CO2-Bilanz zu verbessern oder auszugleichen. Ein sinnvolles Instrument der Umweltpolitik, mit dem besonders auch in Ländern mit niedrigen oder keinen Umweltstandards Veränderungen angestoßen werden können.

OMIRA hat CO2-Zertifikate erworben, die Projekte in Südamerika und Asien fördern. Diese Zertifikate wurden bilanziert und auf einem Konto der EU stillgelegt. Erst dieser Schritt führt zu einer tatsächlichen CO2-Reduzierung. Wir erachten dieses Vorgehen als sehr sinnvoll und gerade in Dritt- und Schwellenländern als richtungsweisend.  

Selbstverständlich bleibt es gleichzeitig unser Ziel, Jahr für Jahr den Umgang mit natürlichen Ressourcen und umweltfreundliche Produktionsprozesse zu optimieren.

Vom Abfall zum Rohstoff: Ressourcen finden sich überall

„Abfall oder Rohstoff, nur eine Frage der Perspektive.“

Zum sinnvollen Umgang mit Ressourcen zählt auch die Abfallverringerung bzw. die Vermeidung von Abfall. Ausgehend von der Hypothese: Abfälle sind Rohstoffe am falschen Platz, werden unsere Richtlinien zur Abfallvermeidung, vor allem aber auch zur Sortierung und anschließender Wiederverwertung dieser Rohstoffe permanent überprüft und verbessert.
Außerdem arbeiten wir kontinuierlich daran, die Wassereffizienz zu optimieren. Nicht nur sind alle Mitarbeiter aufgefordert, verantwortungsvoll mit Wasser umzugehen. Sondern auch und gerade im Bereich Milchtankwagenreinigung sehen wir konkretes Potenzial, unsere Verbrauchsbilanz zu verbessern.

 

 

Der Faktor Mensch: unsere Verantwortung als Arbeitgeber

„Zufriedene Mitarbeiter sind für alle ein Gewinn.“

Ein besonderes Augenmerk liegt bei OMIRA natürlich auf den Mitarbeiten der Molkerei. Schließlich tragen sie alle entscheidend zum Unternehmenserfolg bei. Nach der Premiere in 2015 werden nun regelmäßige Mitarbeiter-Befragungen durchgeführt, anonym und mit standardisiertem Fragebogen, um die Zufriedenheit der Beschäftigten zu ermitteln. Die wichtigsten Punkte der Analysen werden umgesetzt, um die Mitarbeiterzufriedenheit langfristig zu sichern.

Unabhängig davon werden wir unsere werteorientierte Unternehmenskultur ausbauen und vor allem weiterhin eine offene, vertrauensvolle Kommunikation über alle Ebenen fördern.

Darüber hinaus bieten wir unseren Mitarbeitern Schulungen und Maßnahmen zur Unfallverhütung sowie viele kostenlose gesundheitliche Präventionsmaßnahmen wie etwa Rückenkurse an.

Doch OMIRA investiert auch kontinuierlich in Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für die Beschäftigten. Vor allem diese Angebote werden von den Mitarbeitern geschätzt und anerkannt. Auch sie machen OMIRA zu einem attraktiven Arbeitgeber mit interessanten Karrieremöglichkeiten. Dabei kommen flexible Arbeitszeitmodelle den individuellen Lebensentwürfen unserer Mitarbeiter entgegen.

Aus Überzeugung und mit großer Sorgfalt bilden wir junge Menschen in verschiedenen Berufen aus. Pro Jahr kommen neue Auszubildende ins Team und den meisten können wir nach Abschluss der Ausbildungszeit einen festen Arbeitsplatz anbieten – was gern angenommen wird. Und wir freuen uns auf gut ausgebildete, motivierte Mitarbeiter als Basis und Motor unseres Betriebes.

Soziale Kennzahlen

Mitarbeiter in Ravensburg: 431
Mitarbeiter in Neuburg: 235
davon Auszubildende: 39

Zahlen basieren auf 2017

Mehr Freude als Arbeit: das gesellschaftliche Engagement

„Gemeinschaft entsteht nur, wenn alle etwas dazu beitragen.“

Als Produzent von frischen Lebensmitteln ist es uns ein Anliegen, Milchprodukte als Teil einer ausgewogenen Ernährung auch schon den Jüngsten nahezubringen und Produktionsprozesse kindgerecht zu vermitteln. Frische Milch und Milchprodukte kommen eben nicht aus dem Hahn, um dann in Flaschen oder Tetrapacks abgefüllt zu werden. Darum ermöglichen wir es Kindergarten- und Grundschulkindern, Bauernhöfe zu besuchen und verantwortungsbewusste Milcherzeuger und ihre Tiere live zu erleben. Wir sind der Meinung, die Ernährungskompetenz der Kleinen und die Entwicklung eines Bewusstseins für die Entstehung von Nahrungsmitteln kann nicht früh genug beginnen.

Als regionale Molkerei fühlen wir uns unserer Heimat sehr verbunden und unterstützen zudem lokale caritative Einrichtungen. Ebenso regen wir die OMIRA-Beschäftigten an, sich ehrenamtlich zu engagieren oder aber mit Spenden Einrichtungen unseres Vertrauens zu fördern.

 

 

Stichwort Tierwohl: So geht’s den Kühen gut

Sind „glückliche Kühe“ nur ein Werbeversprechen, das allein mit Suggestion und dem Wunsch der Verbraucher nach Vertrauen korrespondiert? Nein, „Tierwohl“ ist zwar nur schwer zu definieren, dennoch gelten heute im Allgemeinen drei wesentliche Faktoren, die das Tierwohl ausmachen: Die Tiergesundheit, die Möglichkeit, das die Tiere ihren natürlichen Verhaltensweisen nachgehen können und ihr Wohlbefinden. An dieser Stelle gehen wir vor allem auf Punkt 2 ein und erläutern, was speziell das natürliche Verhalten von Kühen ausmacht und was es fördert.

Stallklima

Kühe haben eine Lieblingstemperatur, die zwischen -7 und 16 Grad Celsius liegt. Nun spielt das Wetter in unseren Breitengraden da nicht immer mit. Luftige Ställe, gegen die meist vorherrschende Windrichtung gebaut, mit flexiblen Seitenwänden und gut gedämmten Dächern tragen zum Wohlfühlklima der Kühe bei. Auch Ventilatoren haben sich zur Unterstützung bewährt.

Stall

Kühe sind Herdentiere, die in unterschiedlich großen Verbänden zusammenleben. Damit das klappt, gibt es eine Rangordnung, die über Rangkämpfe zwischen einzelnen Tieren festgelegt wird. Steht diese Ordnung, halten die Kühe untereinander Abstand ein, kommen sich nicht zu nahe und weichen sich auf Gängen auch entsprechend aus. Um dieses Verhalten zu ermöglichen, muss ein Laufstall groß genug sein. Ebenso müssen ausreichend Fress- und Liegeplätze vorhanden sein und natürlich Tränken, damit sich die Tiere nicht in die Quere kommen. Kühe sollten, um das Verletzungsgefahr für andere rangniedrigere Tiere und Landwirt zu minimieren, enthornt bzw. hornlos sein. 

Bewegung

Ob im Laufstall oder beim Weidegang, unterwegs zu den Fressplätzen oder zum Melkstand: Kühe sind viel in Bewegung und ihre Bewegungsmöglichkeiten sollten dem unbedingt Rechnung tragen. Rutsch- und trittsichere Bodenverhältnisse im Stall und auf den Gängen sorgen für Sicherheit und eine ruhigere Atmosphäre.

Ruhephasen

Wir haben es alle schon gesehen – Kühe machen sich gern mal lang. Im Laufe eines Tages bringt es die Kuh auf bis zu 10 Ruhephasen. Die Phasen haben viele Funktionen: Die Gelenke werden entlastet, die Klauen können trocknen, das Euter wird besser durchblutet und die Tiere käuen wieder. Die Liegeboxen sollten alle Funktionen und die damit einhergehenden Liegepositionen ermöglichen. Bugschwellen und Nackenrohre der Boxen müssen dies ebenfalls berücksichtigen.

Futter und Wasser

Rinder brauchen eine regelmäßige Futtervorlage, denn gerade das Grobfutter muss rund um die Uhr verfügbar sein. Einzeltierabtrennungen begünstigen eine ruhige Futteraufnahme. Auch erhöhte Fressplätze wirken sich günstig aus. Ausreichend Trinkwasser und saubere Tränken gehören ebenfalls zum Standard.

Komfort im Stall

Kühe haben noch mehr Bedürfnisse als Fressen, Trinken und Ruhen. Sie „schubbern“ sich auch gern. Sie lecken und kratzen sich gegenseitig oder auch an Gegenständen. Das erfordert nicht nur Platz (s. Stall), man macht es den Tieren auch leichter mit z.B. entsprechend angebrachten Bürsten.

Fazit

Das Thema Tierwohl gewinnt nicht nur für Verbraucher, sondern auch für Lebensmittelproduzenten zunehmend an Bedeutung. Wir möchten an dieser Stelle noch einmal betonen, dass dieses Stichwort selbstverständlich auch bei den Milcherzeuger präsent ist – und schon immer war. Dennoch hat sich durch die inzwischen definierten Standards und neuen Anforderungen gerade für sie einiges verändert. Noch entsprechen nicht alle Erzeuger den neuen Maßstäben, aber wir arbeiten gemeinsam an einer Optimierung und suchen in einem dynamischen Prozess nach Lösungen.

Obwohl sich viele Verbraucher mehr Tierwohl wünschen, ist den meisten nicht klar, dass mehr Tierwohl immer auch mehr bzw. höhere Investitionen erfordert. So wird sich Tierwohl auch im Preis für Milcherzeugnisse niederschlagen. OMIRA ist der Überzeugung, dass hier Aufklärung und Transparenz beim Konsumenten vertrauensbildend wirken und das Einkaufsverhalten durchaus verändern können.