Was bedeutet „klimaneutrales“ Unternehmen? - Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wie sehen die ersten Schritte zum klimaneutralen Unternehmen aus – und welche Konsequenzen kann das haben?

OMIRA hat ihren CO2-Ausstoß von der zukunftswerk eG berechnen lassen, einer Genossenschaft für Beratung zu Fragen der nachhaltigen Unternehmensentwicklung. Auf Basis der Daten aus dem Jahr 2015 beträgt der Fußabdruck unseres Unternehmens 59.746 Tonnen CO2. Bereits in den Jahren zuvor haben wir eine Vielzahl von Schritten unternommen  – insbesondere im Bereich Energieverbrauch -, um die Klimabelastungen zu reduzieren. Doch jetzt nach der Ermittlung unseres CO2-Fußabdrucks wissen wir umso genauer, wo wir ansetzen müssen, um unsere Auswirkungen auf das Klima weiter zu reduzieren. Durch bereits eingeleitete Maßnahmen und die Umstellung auf Ökostrom konnten wir unseren Fußabdruck sehr rasch um mehr als 20 % absenken.

Zudem haben wir unseren CO2-Ausstoß mit Hilfe von UN-Klimazertifikaten kompensiert und werden damit für die kommenden paar Jahre ein klimaneutrales Unternehmen sein. 

Was ist ein CO2-Fußabruck bzw. ein Carbon Footprint und wie wird er ermittelt?

Der CO2-Fußabdruck ist ein Maß für die Menge an Treibhausgasen (gemessen in CO2 -Äquivalenten), die direkt und indirekt, durch eine Aktivität eines Einzelnen, eines Unternehmens, einer Organisation oder eines Produkts entsteht. Er bezieht dabei die entstehenden Emissionen von Rohstoffen, Produktion, Transport, Handel, Nutzung, Recycling und Entsorgung ein. Der Grundgedanke des CO2-Fußabdrucks bzw. Carbon Footprints ist es demnach, eine Grundlage zu schaffen, auf der Einflüsse auf das Klima gemessen, bewertet und verglichen werden können. Dadurch können notwendige Minderungspotentiale erkannt, Maßnahmen erarbeitet und deren Wirksamkeit bewertet werden. Ziel ist es immer, den Klimaandel durch die treibhausgase zu stoppen.

Der „Corporate Carbon Footprint wird gemäß den international anerkannten Greenhouse Gas Protocol Corporate Standards durchgeführt.

Welche Treibhausgase werden in die Berechnung einbezogen und was sind CO2-Äquivalente?

In die Berechnung der Treibhausgasemissionen werden die sechs vom Weltklimarat IPCC und im Kyoto-Protokoll festgelegten Haupttreibhausgase Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffmonoxid (N2O), Fluorkohlenwasserstoffe (FKWs), Perfluorcarbone (PFCs) und Schwefelhexafluorid (SF6) einbezogen.

Nicht jedes der sechs Haupttreibhausgase ist gleichermaßen wirksam. Methan ist z. B. 23-mal so klimaschädlich wie CO2, Distickstoffmonoxid 310-mal und Schwefelhexafluorid sogar 14.000-mal. Um die Emissionen miteinander zu vergleichen, werden daher alle Treibhausgase auf CO2 umgerechnet. Man spricht dann von CO2-Äquivalenten. Die Umrechnung der erhobenen Verbrauchsdaten (wie z.B. Stromverbrauch oder Kraftstoffverbrauch) erfolgt mittels Emissionsfaktoren, die die Emissionen je Einheit (z.B. je Kilowattstunde Strom oder Liter Benzin) angeben.

Was können wir gegen den Klimawandel tun?

Lösungen für den Klimawandel werden von Bürgern, Unternehmen, Regionen und Städten gefordert und zunehmend umgesetzt. Zu diesem Zweck wurde bereits 1997 mit dem Kyoto Protokoll ein völkerrechtlich verbindliches Abkommen geschaffen, das die Treibhausgasemissionen von einigen emissionsintensiven Branchen in Industrieländern reguliert.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Klimawandel einzudämmen. Die wichtigsten Maßnahmen sind:

  1. Vermeidung von Treibhausgasemissionen durch maximale Energie- und Materialeffizienz, Veränderung der Konsumgewohnheiten, Bezug von regionalen Waren und regionale Wertschöpfungsketten;
  2. Energieerzeugung aus nachhaltigen erneuerbaren Energiequellen (Wind, Wasser, Sonne) anstelle von fossilen Energieträgern;
  3. Reduzierung von Treibhausgasen in der Atmosphäre durch sogenannte Kohlenstoffsenken. Hier wird CO2 aus der Luft beispielweise in Form von Biomasse oder in Böden gespeichert.

Welchen Sinn machen Emissionszertifikate?

Der Treibhauseffekt ist ein globales Phänomen, da die Verteilung der Treibhausgase in der Atmosphäre in etwa gleich ist. Daher spielt es keine Rolle, wo auf der Welt Treibhausgase eingespart oder gespeichert werden. Im völkerrechtlich verbindlichen Kyoto Protokoll wurde daher festgelegt, dass sogenannte Klimaschutzprojekte, die Treibhausgasemissionen vermeiden oder speichern, dort stattfinden können, wo sie am wirtschaftlichsten sind. Daher finden viele Projekte in Schwellen- und Entwicklungsländern statt, weil hier das Potential der Einsparungen durch neue Technologien noch sehr hoch ist. Die Initiatoren der Klimaschutzprojekte – überwiegend erneuerbare Energieprojekte - erhalten für ihr Engagement Emissionsgutschriften, die in Form von Emissionszertifikaten gehandelt werden können. Außerdem trägt der Emissionshandel wesentlich zum Transfer von sauberen Technologien in Schwellen- und Entwicklungsländer und zu einer nachhaltigen (ökonomisch, ökologisch und sozial) Entwicklung der Region bei. 

Welche Vorteile bringt die Klimaneutralität für ein Unternehmen?

  1. Sie leistet einen Beitrag zu den Zielen der Regierung, der Europäischen Union sowie der Vereinten Nationen.
  2. Sie sensibilisiert  Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden hinsichtlich des Umgangs mit endlichen Ressourcen. Dies beeinflusst positiv den Umgang mit Energie und sonstigen Ressourcen im Unternehmen und im Alltag der Menschen.
  3. Aktuell ermöglicht dies eine Vorreiterrolle

Was geschieht mit den Daten und den Erkenntnissen?

Unsere Treibhausgasbilanz gibt einen transparenten Überblick über den Ausstoß von Treibhausgasemissionen bei der Produktion der OMIRA GmbH. Der Bericht bildet somit einen wichtigen Baustein im Klimaschutzengagement des Unternehmens. Auf Basis der ermittelten Werte kann das Unternehmen durch den Kauf einer entsprechenden Menge an UN-Klimazertifikaten für mehrere Jahre klimaneutral gestellt werden.

Welche Projekte werden durch die von der OMIRA GmbH gekauften Emissionsrechte gefördert?

Die OMIRA GmbH hat Emissionsrechte von verschiedenen Wasserkraftprojekten in Bolivien, Brasilien, Chile, Guatemala, Peru, Philippinen und Vietnam gekauft. Zusätzlich wurden Emissionsrechte von drei Windkraftprojekten in China, Indien und Korea erworben.

Die Wasserkraftprojekte weisen eine Nutzleistung zwischen 14 MW und 300 MW aus. Die Projekte gehen mit einer Reihe sozialer, ökologischer und sozioökonomischer Vorteile einher, deren bedeutsamster die Substitution fossiler Energieträger durch erneuerbare Energieträger ist. Darüber hinaus, wird die erzeugte Energie in das nationale Netz eingespeist. Dies trägt wesentlich zur Stabilität der Stromversorgung bei, da aufgrund der langen Distanzen, die zu überbrücken sind, erhebliche Übertragungsverluste entstehen.

Die Windkraftprojekte befinden sich in einer Nutzleistungspanne zwischen 28 MW und 100 MW. Neben zahlreicher ökologischer, sozialer und sozioökonomischer Vorteile ist jedoch der bedeutsamste Nutzen der Anlage die Substitution fossiler (in erster Linie Kohlekraftwerke) durch erneuerbare Energieträger. Weiter steht der Technologietransfer im Vordergrund, der zum weiteren Ausbau erneuerbarer Energien beitragen soll. Zusätzlich dazu werden die installierten Turbinen meist vor Ort gefertigt, was lokale Arbeitsplätze schafft.

Was passiert mit den CO2-Zertifikaten, nachdem sie verkauft wurden?

Die zukunftswerk eG hat die durch die OMIRA GmbH entstandenen CO2-Emissionen bilanziert und die entsprechende Anzahl an CO2-Zertifikaten auf einem Konto bei der UN stillgelegt. Dies ist insofern bedeutend, da die Stilllegung der erworbenen CO2-Zertifikate Voraussetzung für die Gestaltung und Vermarktung CO2-neutraler Unternehmen oder Produkte ist. Ohne Stilllegung könnte ein CO2-Zertifikat im freiwilligen Markt ggf. weiter gehandelt werden, wodurch keine zusätzliche Emissionsreduktion erreicht werden würde.

Ist das nicht alles nur „Greenwashing“?

Nein. Der Begriff „Greenwashing“ bedeutet nämlich, dass den Verbrauchern im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit eines Unternehmens suggeriert wird, dass bei der täglichen Arbeit eine ökologische Philosophie berücksichtigt, gefördert und wahrgenommen wird. Oftmals verbirgt sich hinter der „grünen Philosophie“ ein reines Werbeversprechen, dem sich die Unternehmen jedoch nicht wirklich verpflichtet fühlen.

Wir bei OMIRA verrichten jedoch unsere tägliche Arbeit gemäß verschiedener Umwelt- und Sozialstandards, nach denen wir regelmäßig auditiert werden und einer Berichtspflicht unterliegen. Neben der Klimaneutralität umfassen diese Standards beispielsweise unsere ISO- und SEDEX Zertifizierungen, sowie sämtliche soziale Richtlinien für unsere Kunden, Zulieferer und Mitarbeiter. Einen detaillierten Überblick zu unseren Nachhaltigkeitsaktivitäten finden Sie auch in unserem Nachhaltigkeitsbericht.